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Gedanken zum Jahr 2020

Liebe Mitglieder der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Ammerland e.V.

Zu jedem Jahreswechsel schaut man zurück auf das vergangene Jahr um zu prüfen. Wurde all das erreicht was man sich vorgenommen hatte, wo gibt es Defizite und welche Schwerpunkte und Ziele sollte man im Verein für das neue Jahr setzen.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Rahmenbedingungen für eine effektive ehrenamtliche Arbeit in schwierigen Themenfeldern  „Männergesundheit“ und „Prostatakrebs“ nicht einfacher werden. Die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren ist in unserer „Freizeitgesellschaft“ rückläufig, obwohl die Politik immer wieder behauptet, wie wichtig solches Engagement für eine funktionierende, demokratische Gesellschaftsordnung ist. Es ist schade, ja sogar schmerzhaft zu erleben, wie hier politische Verlautbarungen und tatsächliches Handeln auf allen Ebenen unserer Organisationsstrukturen nicht in Deckung sind.

Die notwendige finanzielle Unterstützung der Selbsthilfearbeit wird immer weiter zurück genommen. Eine Entbürokratisierung ist nicht erfolgt, aber die Hürden für die ehrenamtliche Arbeit werden immer höher und enger aufgestellt. Es ist also kein Wunder, dass in allen Vereinsebenen bundesweit über mangelnden Nachwuchs und fehlende Bereitschaft der Menschen sich für andere einbringen und Aufgaben im Verein oder Gruppen zu übernehmen geklagt wird.

Auch unser Verein ist davon betroffen. Wir haben aber im Feld der Krebserkrankungen noch weitere Schwierigkeiten zu überwinden, wie z.B.

  • die eigene Erkrankung, die sich jederzeit wieder melden oder verschlechtern kann,
  • das relativ hohe Alter der erkrankten Männer
  • die Betroffenheit auch der Angehörigen
  • die Notwendigkeit sich ein umfassendes Wissen in der Medizin zu erlernen
  • die stetig steigende Nutzung moderner Medien (Internet, Netzwerke, usw.)
  • Hilfe in übergreifenden Fragen wie Schwerbehinderung, Rehabilitation, Pflege usw.
  • Mitarbeit in den Organisationsebenen der Selbsthilfe
  • Vereinsrecht

Das ist nur eine kleine Auswahl, aber hier wird deutlich, dass dies alles nicht von wenigen Personen im Verein geleistet werden kann. Viele sollten sich einbringen und schwerpunktmäßig zumindest kleinere, fest umrissene Aufgaben im Verein wahrnehmen und gemeinsam miteinander gestalten.

Auf diesem Weg haben wir im vergangenen Jahr erste gute Fortschritte erzielt. Deshalb danke ich an dieser Stelle allen, die sich schon jetzt in der Unterstützung des Vorstandes eingebracht  haben und erfolgreich Aufgaben übernommen haben. Aber wir brauchen mehr Männer und Frauen mit Mut zum Gestalten unseres Vereins mit all seinen vielfältigen, sich auch häufig überschneidenden Aufgabenfeldern. Wir werden jeden Vorschlag zur Verbesserung der Attraktivität der Angebote in unserem Verein gerne hören und alle die sich einbringen mit einer fundierten Aus- und Weiterbildung in den jeweiligen Themenfeldern unterstützen.

Wie auch in den vergangenen Jahren werden wir auf dem bewährten Angebot im Jahr 2020 wieder aufsetzen und neue Ideen integrieren.

Der Vorstand freut sich über die Bereitschaft zur Gestaltung des Vereinslebens durch die Mitglieder und ihre Angehörigen und schaut mit Zuversicht in die kommenden Jahre.

Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden einen guten Start in das Jahr 2020, eine stabile  Gesundheit bei  erfolgreichem Erhalt der Lebensqualität und viel Freude in der Gemeinschaft unseres Vereins.

Joachim Böckmann