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Gedanken zum Jahr 2022

Liebe Mitglieder und Angehörige der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Ammerland e.V.

Zu jedem Jahreswechsel schauen wir zurück auf das vergangene Jahr um zu prüfen ob wir all das erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten. Dieses Jahr ist das besonders schwierig, weil durch die Mutation des Virus eine Beendigung der Pandemie bedingten Einschränkungen nicht erfolgen konnte. Es wurde sogar eine erhebliche Änderung der Rahmenbedingungen durch das Virus verursacht.

In unserer SHG haben wir uns bisher meist in der Gruppe getroffen, im Haus Brandstätter im Kuppelsaal, zum gemeinsamen Frühstück im Arkadencafé oder zu den sehr speziellen Treffen für Patienten mit besonderen Krebssituationen im Haus Feldhus in Bad Zwischenahn. Dabei lernte man sich kennen, konnte Gespräche führen und Informationen austauschen. Das war in 2021 durch die vorgegebenen Kontakt-Einschränkungen nur noch selten möglich. Und auch unsere Planungen für das Jahr 2022 sind durch die rasante Entwicklung der Infektionszahlen zum Jahresende 2021 nicht mehr sicher.

Die Veranstaltungen für Januar 2022 mussten bereits abgesagt werden. Wir werden unsere Planung kontinuierlich anpassen und auf unserer Homepage für unsere Mitglieder zeitnah veröffentlichen. Dort werden auch alle anderen Angebote und wichtige Informationen stets bekannt gegeben. Mitglieder ohne elektronischen Zugriff werden per Postbrief informiert.

Mit großer Mühe hat der Vorstand die notwendige jährliche Mitgliederversammlung im Spät-Herbst 2020 zur Beschlussfassung wichtiger Entscheidungen in Papierform durchführen können. Insbesondere die vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden gebilligt. Inzwischen läuft mit Unterstützung unserer Notarin Frau Droste die Anmeldung der geänderten Satzung beim zuständigen Registergericht. Wir hoffen, dass zeitnah die Inkraftsetzung erfolgen kann.

Die anderen Punkte wie z. B. Neuwahlen des Vorstands und der Kassenprüfer mussten und konnten mit der CORONA-Sonderregelung auf das nun begonnene Jahr 2022 verschoben werden. Wir planen zu einer Mitglieder-Versammlung im Sommer 2022 einzuladen.

Wolfgang und ich werden weiterhin zur Verfügung stehen, um auf telefonischem Weg Fragen aus der Gruppe wie auch von betroffenen neuen Patienten oder Angehörigen zu beantworten. Wir freuen uns, dass trotz dieser weitgreifenden Einschränkungen die Zahl unserer eingetragenen Mitglieder auch in 2021 mit mehr als 80 Personen stabil geblieben ist.

Wir werden durch den Vorstand weiterhin unser Netzwerk hier im Ammerland auch unter den erschwerten Bedingungen pflegen. Ebenso bleiben wir in unseren Strukturen für Selbsthilfearbeit aktiv (Regionalverband und Bundesverband). Aber auch dort sind die Auswirkungen der mehrjährigen Pandemie bis hin zu ersten Auflösungserscheinungen überall zu spüren. Die ehrenamtliche Mitarbeit in den Vereinen ist stark belastet, Nachfolger können nur noch sehr schwer motiviert und für die Übernahme von Aufgaben gefunden werden.

Aktuelle Schwerpunkte werden die durch die Pandemie sichtbar gewordenen Probleme fehlende Kapazitäten bei den Intensivbetten in den Krankenhäusern, Engpass beim Pflegepersonal) und die Doppelbelastung von Patienten mit Krebserkrankungen sein.

Aus Sicht der Gruppenarbeit bleibt festzuhalten, dass die Rahmenbedingungen für eine effektive ehrenamtliche Arbeit in schwierigen Themenfeldern „Männergesundheit“ und „Prostatakrebs“ schwieriger geworden sind. Hier sind die Vertreter der Gesundheitspolitik auf allen Ebenen und in allen verantwortlichen Positionen gefordert zu handeln und neue Lösungswege aufzuzeigen.

Die notwendige finanzielle Unterstützung der Selbsthilfearbeit wird immer weiter zurückgenommen oder zumindest erschwert. Eine Entbürokratisierung ist bisher nicht erfolgt. Auch unser Verein ist davon betroffen. Deshalb sind wir froh, dass wir über unseren geringen Mitgliedsbeitrag sowie einer tollen Spendenbereitschaft ein gewisses Maß an Unabhängigkeit für die Gestaltung unserer Arbeit durchhalten konnten.

Wir brauchen dringend weitere Mitarbeit in unserem Vereinsvorstand der seit März 2020 nur noch im 2er-Team arbeitet. Und auch Wolfgang und ich können gesundheitlich jederzeit ausfallen.  Der Verein wäre dann nicht mehr handlungsfähig und in seiner Existenz bedroht. Wir bitten unsere Mitglieder noch einmal dringend sich einzubringen und zumindest kleinere, fest umrissene Aufgaben im Verein verantwortlich zu übernehmen. An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich schon jetzt aktiv und erfolgreich in die Unterstützung des Vorstandes eingebracht haben.

Wir wünschen allen Mitgliedern, ihren Angehörigen und den Unterstützern der SHG einen guten Start in das Jahr 2022, eine stabile Gesundheit und viel Freude in der Gemeinschaft unseres Vereins.

Euer Vorstand

Joachim Böckmann und Wolfgang Jürgensen