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Gedanken zum Jahr 2021

Liebe Mitglieder und Angehörige der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Ammerland e.V.

Zu jedem Jahreswechsel schaut man zurück auf das vergangene Jahr um zu prüfen ob all das erreicht wurde, was man sich vorgenommen hatte. Daraus wird dann abgeleitet, wo es Defizite gibt und welche Schwerpunkte und Ziele im Verein für das neue Jahr gesetzt werden sollen.

Dieses Mal ist alles anders, denn wir leben seit Beginn des Jahres 2020 weltweit in einer Ausnahmesituation, der Corona-Pandemie. Wir konnten deshalb nur eingeschränkt und unter dazu noch erschwerten Rahmen-Bedingungen arbeiten.

In unserer SHG haben wir uns bisher meist in der Gruppe getroffen, im Haus Brandstätter im Kuppelsaal, zum gemeinsamen Frühstück im Arkadencafé oder zu den sehr speziellen Treffen für Patienten mit besonderen Krebssituationen im Haus Feldhus in Bad Zwischenahn. Dabei lernte man sich kennen, konnte Gespräche führen und Informationen austauschen. Was in 2019 insgesamt auf insgesamt 25 Zusammenkünften stattgefunden hatte wurde im Februar 2020 durch die vorgegebenen Kontakt-Einschränkungen vollständig unmöglich. Und auch zum Start in 2021 müssen wir alle Veranstaltungen bis einschließlich März 2021 wegen der Kontaktbeschränkungen absagen.

Mit großer Mühe hat der Vorstand die notwendige Mitgliederversammlung zur Beschlussfassung wichtiger Entscheidungen in Papierform durchführen können, so dass die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für unsere Selbsthilfegruppe als eingetragener Verein im 4. Quartal 2020 durch das zuständige Finanzamt erreicht werden konnte.

Alle anderen wesentlichen Punkte wie Neuwahlen des Vorstands oder Änderungen der Satzung mussten auf das nun begonnene Jahr 2021 verschoben werden. Wir planen zu einer Mitgliederversammlung im Sommer 2021 einzuladen. Die wichtige Information, Betreuung und Weiterbildung unserer Mitglieder konnte und kann aktuell nur noch in Papierform per Brief und unter einer Nutzung der elektronischen Medien (Email, Homepage) durchgeführt werden. Mitglieder ohne elektronischen Zugriff werden per Postbrief informiert.

Wolfgang und ich werden weiterhin zur Verfügung stehen, um auf telefonischem Weg Fragen aus der Gruppe wie auch von betroffenen neuen Patienten oder Angehörigen zeitnah zu beantworten. Wir freuen uns, dass trotz dieser weitgreifenden Einschränkungen die Zahl unserer eingetragenen Mitglieder auch in 2020 mit mehr als 80 Personen stabil geblieben ist.

Wir werden durch den Vorstand weiterhin unser Netzwerk hier im Ammerland auch unter den erschwerten Bedingungen pflegen. Ebenso bleiben wir in unseren Strukturen der Selbsthilfearbeit aktiv (Regionalverband und Bundesverband).

Neue Schwerpunkte werden die durch die Pandemie sichtbar gewordenen Probleme

  • fehlende Kapazitäten bei den Intensivbetten in den Krankenhäusern, Engpass beim Pflegepersonal) und die Doppelbelastung von Patienten mit Krebserkrankungen. Die Gleichzeitigkeit der erheblichen Pandemie-Einschränkungen mit den Belastungen der Krebserkrankung können zu lebensentscheidenden oder sogar lebensbedrohenden Situationen führen. Hier besteht dringender Handlungs- und Steuerungsbedarf auf allen Ebenen und bei allen Organisationen unseres Gesundheitssystems.

Aus Sicht der Gruppenarbeit bleibt festzuhalten, dass die Rahmenbedingungen für eine effektive ehrenamtliche Arbeit in schwierigen Themenfeldern „Männergesundheit“ und „Prostatakrebs“ schwieriger geworden sind. Hier ist die Politik gefordert zu handeln und neue Lösungswege aufzuzeigen.

Die notwendige finanzielle Unterstützung der Selbsthilfearbeit wird immer weiter zurückgenommen oder zumindest erschwert. Eine Entbürokratisierung ist bisher nicht erfolgt. Auch unser Verein ist davon betroffen. Deshalb sind wir froh, dass wir über unseren geringen monatlichen Beitrag sowie der Spendenbereitschaft einiger Mitglieder ein gewisses Maß an Unabhängigkeit für die Gestaltung unserer Arbeit durchhalten konnten.

Wir brauchen weitere Mitarbeit im Vorstand der seit März 2020 nur noch im 2er-Team arbeitet, und auch wir können jederzeit ausfallen.  Der Verein wäre dann nicht mehr handlungsfähig und in seiner Existenz bedroht. Wir bitten unsere Mitglieder noch einmal dringend sich einzubringen und zumindest kleinere, fest umrissene Aufgaben im Verein verantwortlich zu übernehmen. An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich schon jetzt aktiv und erfolgreich in die Unterstützung des Vorstandes eingebracht haben.

Nach den neuesten Erkenntnissen aus den politischen Entscheidungen zur Bekämpfung der Pandemie vom 05. Januar 2021 dürfen und können wir im ersten Quartal des Jahres 2021 keine Gruppentreffen durchführen. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Impfung, Bekämpfung und zur Therapie der Viruserkrankung werden erst mittelfristig zum Erfolg führen. Wir werden rechtzeitig über weitere Erkenntnisse und Aktivitäten informieren und schauen trotz aller Einschränkungen mit Zuversicht in dieses Jahr.

Wir wünschen allen Mitgliedern, ihren Angehörigen und Unterstützern der SHG einen guten Start in das Jahr 2021, eine stabile Gesundheit bei erfolgreichem Erhalt der Lebensqualität und viel Freude in der Gemeinschaft unseres Vereins.

Euer Vorstand

Joachim Böckmann und Wolfgang Jürgensen